Was bedeutet Open Source?

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, bei Open Source Software handle es sich um Gratis-Software ohne Lizenzkosten, bezeichnet dieser Begriff ausschließlich die Auslieferungsform einer Software – diese beinhaltet im Gegensatz zur herkömmlichen „Closed Source“ Software den gesamten Quellcode, der vom Lizenznehmer nach Belieben an die eigenen Bedürfnisse angepaßt werden kann. Nichtsdestotrotz ist in der Regel von sich selber als „Open Source“ bezeichnender Software eine Basisversion kostenlos erhältlich, welche in Funktionalität, Support oder Dokumentation eingeschränkt ist. Diese Basisversionen tragen oft die Bezeichnung „Community Edition“ oder „Open Source Edition“. Die Vorteile dieses offenen Ansatzes liegen auf der Hand:

  • Durch die zusätzliche Erwerbung des Quellcodes bei Lizenzkauf erhalten Sie die Möglichkeit, Änderungen und Anpassungen selber vorzunehmen oder einen beliebigen Dienstleister damit zu beauftragen. Folglich ist Open Source Software eine zukunftssichere Investition, da Sie nicht von einer einzigen Herstellerfirma abhängig sind.
  • Rund um Open Source Software existiert meist eine „Community“: Anwender und  Entwickler, welche durch die Verfügbarkeit des Quellcodes eventuelle Softwarefehler („Bugs“) selbständig finden, beheben und an die Herstellerfirma weitergeben können. Durch diese „erweiterte Softwaretestabteilung“ erreicht Open Source Software in der Regel eine Qualität und Stabilität, an die Closed Source Software nur selten heranreicht.
  • Da der Quellcode von Open Source Software für jedermann einsehbar ist, wird in der Regel sehr viel wert auf die Unterstützung von und Kompatibilität mit aktuellen Standards auf allen möglichen Ebenen gelegt, vor allem was Programmier-Schnittstellen betrifft. Integration mit anderen Softwareprodukten fällt deshalb meist weniger aufwändig aus als mit proprietären Schnittstellen.
  • Auch wenn die anfänglichen Lizenzkosten nur einen kleine Einfluß auf die Gesamtkosten (TCO) eines Projekts haben, vor allem wenn man Betrieb und Wartung mit einberechnet, ist durch den in der Regel sehr günstigen Preis oder durch die Verwendung einer freien Basisversion ein äußerst kostengünstiger Einstieg möglich.

Open Source 2.0

In letzter Zeit geistert der Begriff "Open Source 2.0" durch die Medien, zum Beispiel hier. Darunter versteht man ein Geschäftsmodell, bei welchem Software nicht als Produkt, sondern als Dienstleistung verstanden wird ("Software As a Service" - SaaS): Die Software wird kostenlos zur Verfügung gestellt, inklusive Quellcode, der Umsatz wird mit gleichzeitig abgeschlossenen Wartungsverträgen erzielt. In den letzten Jahren haben sich einige Anbieter aus der Open Source Szene als SaaS-Anbieter positioniert und so ihren Produkten ein solides Geschäftsmodell zugrunde gelegt. 



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